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	<title>TELI – Wissenschaftsjournalismus und die Wissenschaftsdebatte 2012</title>
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		<title>Der Bezwinger</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 22:16:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Goede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Churnalist]]></category>
		<category><![CDATA[Henri Nannen Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Investigation]]></category>
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		<description><![CDATA[Chapeau, Nick Davies! Der Kollege aus England hat dem taumelnden Journalismus zu neuem Glanz und Halt verholfen. Recherchieren, nicht abschreiben, diktiert er der Zunft in die Schreibblöcke. Wie einst Woodward und Bernstein US-Präsident Nixon stürzten, so hat Davies das Murdoch-Presse-Imperium in die Knie gezwungen. Dafür und die ehernen journalistischen Standards, die er einfordert, erhält er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Chapeau, Nick Davies! Der Kollege aus England hat dem taumelnden Journalismus zu neuem Glanz und Halt verholfen. Recherchieren, nicht abschreiben, diktiert er der Zunft in die Schreibblöcke. Wie einst Woodward und Bernstein US-Präsident Nixon stürzten, so hat Davies das Murdoch-Presse-Imperium in die Knie gezwungen. Dafür und die ehernen journalistischen Standards, die er einfordert, erhält er den &#8220;Henri&#8221; 2012.</em></p>
<p><a href="http://teli.de/blog/?attachment_id=1534" rel="attachment wp-att-1534"><img src="http://teli.de/blog/www.teli.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/WCSJ-London-2009-001-Nick-Davies-c-Goede1-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" class="aligncenter size-medium wp-image-1534" /></a></p>
<p><strong>Dass er</strong> auch Wissenschaftsjournalisten viel zu sagen hat, zeigte sich bereits auf der Weltkonferenz der Wissenschaftsjournalisten 2009 in London. Dort stellte er in zum Bersten vollen Sälen sein Buch &#8220;Flat Earth News&#8221; vor, das den Medien und deren Vertretern die Leviten liest.</p>
<p><strong>&#8220;Während</strong> Journalisten einst aktive Sammler von Nachrichten waren, sind sie jetzt passive Verbreiter von Materialien aus zweiter Hand geworden, das zum großen Teil aus PR-Daten stammt und politische sowie wirtschaftliche Interessen absichert&#8221;, sagte Davies. Journalisten seien zu &#8220;Churnalists&#8221;, Fließbandarbeitern geworden. &#8220;Ein Gewerbe, dessen vornehmste Pflicht es war, alles Falsche herauszufiltern, ist so verwundbar für Manipulation geworden, dass es sich jetzt an der Massenproduktion von Falschheiten, Verzerrungen und Propaganda beteiligt&#8221;, argumentierte er.<br />
<strong><br />
&#8220;Wir veröffentlichen</strong> dreimal mehr Berichte in nur noch einem Drittel der Zeit&#8221;, eröffnete er den Besuchern aus aller Welt. In den britischen Zeitungen basierten die Hälfte der gedruckten Artikel bereits auf PR-Material; 30 Prozent kämen direkt von Werbeagenturen. &#8220;Die Konzerne haben uns übernommen&#8221;, rief Davies unter großem Beifall, &#8220;sie stehlen uns die Zeit!&#8221;</p>
<p><strong>Viele Wissenschaftsjournalisten</strong> gaben dem Briten recht. Diesen Trend gebe es auch in ihrer Branche. Viel zu viele Forschungsergebnisse würden von den Schleusenwärtern der öffentlichen Meinung einfach durchgewunken, zu wenig geprüft, insgesamt unkritisch veröffentlicht. Leitfiguren wie Davies fehlten im Wissenschaftsjournalismus.</p>
<p><a href="http://teli.de/blog/?attachment_id=1535" rel="attachment wp-att-1535"><img src="http://teli.de/blog/www.teli.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/WCSJ-London-2009-003-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" class="aligncenter size-medium wp-image-1535" /></a><br />
<strong><br />
Dieses Berufsverständnis</strong> hat sich für Davies, die Öffentlichkeit und die Demokratie ausgezahlt. Zwei Jahre nach diesem Auftritt bei der Weltkonferenz fand er durch hartnäckige Recherchen heraus, dass der Murdoch-Konzern Privatleute abhörte, darunter die Mailbox eines dreizehnjährigen Mordopfers. Das löste einen Zeitungsskandal aus, erschütterte die britsche Regierung und brachte eine weltweite Debatte über die Moral der Medien ins Rollen. </p>
<p><strong>Dafür</strong> wird der Brite am 11. Mai in Hamburg mit dem Henri Nannen Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet. (Fotos (c) Goede)</p>
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		<title>Arthrose-Therapie: Forscher lernen von Laien!</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2012 13:35:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Goede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Beteiligung]]></category>
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		<description><![CDATA[In diesem TELI-Blog ist häufig die Rede von der Beteiligung von Laien am Forschungsprozess. Dies ist die Basis für die TELI-Wissenschafts-Debatte: http://www.teli.de/wissenschaftsdebatte/index2009.html, http://www.teli.de/wissenschaftsdebatte/index.html. Wie Kommentare zeigen, wird die Redlichkeit und Legitimation dieser Rückkoppelungsschleife oft angezweifelt. Dass Nichtforscher den Forschern auf Augenhöhe begegnen und ihnen ein Expertenwissen an die Hand geben, welches die üblichen Methoden der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>In diesem TELI-Blog ist häufig die Rede von der Beteiligung von Laien am Forschungsprozess. Dies ist die Basis für die TELI-Wissenschafts-Debatte:</em> <a href="http://www.teli.de/wissenschaftsdebatte/index2009.html">http://www.teli.de/wissenschaftsdebatte/index2009.html</a>, <a href="http://www.teli.de/wissenschaftsdebatte/index.html">http://www.teli.de/wissenschaftsdebatte/index.html</a>. <em>Wie Kommentare zeigen, wird die Redlichkeit und Legitimation dieser Rückkoppelungsschleife oft angezweifelt. Dass Nichtforscher den Forschern auf Augenhöhe begegnen und ihnen ein Expertenwissen an die Hand geben, welches die üblichen Methoden der Wissenschaft nicht erfasssen, ist gewiss gewöhnungsbedürftig &#8212; nichtsdestoweniger: ein State-of-the-Art-of-Science-Modell für das 21. Jahrhundert, obwohl es noch ein langer Weg ist, bis Laien- und Experten-Räder synchron ineinandergreifen. Dies ist eine große Herausforderung für Wissenschafts- und Technik-Journalisten, was folgende Veranstaltung in den Fokus rückt :</em><br />
<strong><br />
Spezialisten lernen von Laien: </strong><br />
<strong>Sprecher von Patienten- und Bürgerforum übergeben GAMBA-Gutachten zu Gen- und Stammzelltherapien</strong><em></p>
<p>Heilung von Arthrose – das wäre DIE Sensation. An einer wirkungsvollen Therapie arbeiten viele internationale Forschergruppen. Doch keine hat ihre Arbeit bisher von Patienten und interessierten Bürgern am „Ende der Wertschöpfungskette“ begutachten lassen. Dr. Martina Anton und Prof. Christian Plank vom Klinikum rechts der Isar haben es gewagt: </p>
<p>In einem intensiven Dialog ließen sie ihr EU-Projekt von Laien bewerten. Ergebnis: vorsichtige Zustimmung zum GAMBA*-Ansatz, doch auch kritische Anmerkungen. Die Sprecher der Patienten- und Bürgerforen übergeben am 25. April 2012 in München ihr Laiengutachten an die Forschenden sowie ein prominentes Forscherpodium:</p>
<p>·         Prof. Patrick Cramer, Genzentrum der LMU München<br />
·         PD Dr. Hildegard Büning, Präsidentin der Dt. Ges. für Gentherapie<br />
·         Prof. Jürgen Hescheler und Dr. Michael Heke, Dt. Ges. für Stammzellforschung<br />
·         Prof. Ernst Wagner, Pharmazie LMU München<br />
·         PD Dr. Arne Manzeschke, Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften, München</p>
<p><strong>Achtung Medienvertreter:</strong> Wir laden Sie herzlich zur Berichterstattung von 18-21h ein. Auf Wunsch sind Interviews mit den Sprechern der Foren möglich. Bitte wenden Sie sich an die Projektleiterin Dr. Katharina Zöller von <a href="http://www.sciencedialogue.de/">Science Dialogue</a>. </p>
<p>In den 3,5-tägigen Laienforen nahmen 14 Patienten aus dem Raum München und 16 Nachbarn des Klinikums das mit 3,2 Millionen Euro geförderte Medizinforschungsprojekt im Münchner Klinikum rechts der Isar gründlich unter die Lupe. Dazu erhielten sie umfassende Informationen. Die Betroffenen hörten Vorträge zu Chancen, Risiken und ethischen Aspekten. </p>
<p>Weiterhin diskutierten sie mit Experten unterschiedlichster Fachbereiche über den innovativen Forschungsansatz zur Heilung von Gelenkserkrankungen mit Stammzell- und Gentherapien. Die GAMBA-Forschenden waren beim Prozess als Dialogpartner anwesend. Zum Abschluss er­ar­beiteten die engagierten Bürger unter der Leitung des erfahrenen Moderationsteams von ScienceDialogue ein Laiengutachten. </p>
<p>Gelenkserkrankungen wie Arthrose gehören zu den häufigsten Volkskrankheiten. Ihre Behandlung kostet das Gesundheitswesen jährlich Milliarden. Die Betroffenen leiden häufig unter chronischen Schmerzen, die Krankheit schränkt ihre Lebensqualität erheblich ein und ist bisher nicht heilbar. Das EU-geförderte Forschungsprojekt GAMBA mit acht Partnern aus sechs Ländern (www.gamba-project.eu) verfolgt eine Vision: </p>
<p>In 20 Jahren soll es möglich sein, Knochen und Knorpel nachwachsen zu lassen und gleichzeitig Gelenkentzündungen wirksam zu stoppen. Doch die Therapieansätze von Stammzell- und Genforschung sind auch mit Risiken und ethischen Fragen verbunden, die neben den Chancen ausführlich in den Foren erörtert wurden. Derzeit werden die Foren auch in der Schweiz und in Irland durchgeführt.</p>
<p>*) Gene Activated Matrix for Bone and Cartilage Regeneration on Arthritis</p>
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		<title>Kreativ sein heißt, ein Huhn mit den Händen zu fangen</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 21:52:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Goede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Buch des Zeichners Christoph Niemann ist eine Offenbarung. Wie Kreativität nicht einfach entsteht, sich abrufen lässt, einem in den Schoß plumpst &#8212; sondern wie der Mensch darum ringt. Das trifft natürlich auch für Schreiber und Texter zu. Die sollten sich sein Tortendiagramm über ihren Schreibtisch pinnen oder gleich auf den Rechner kleben. Niemann&#8217;s Antwort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000080"><strong>Das Buch</strong></span> des Zeichners Christoph Niemann ist eine Offenbarung. Wie Kreativität nicht einfach entsteht, sich abrufen lässt, einem in den Schoß plumpst &#8212; sondern wie der Mensch darum ringt. Das trifft natürlich auch für Schreiber und Texter zu. Die sollten sich sein Tortendiagramm über ihren Schreibtisch pinnen oder gleich auf den Rechner kleben.</p>
<p><span style="color: #000080"><strong>Niemann&#8217;s Antwort</strong></span> auf die Frage, was man für eine richtig gute Idee braucht, lautet: 87 % ist Anstrengung, nur 0,5 % Begabung + Musenküsse, immerhin: 7,5 % Glück und 5 % Enthaltsamkeit, nämlich 90 Minuten am Stück die Finger vom Internet lassen! Das steht im Gegensatz zu vielen Kollegen, räumt der Zeichner ein, die Maerchen und dreiste Lügen verbreiten, wenn sie glaubten, ein Schläfchen oder ein Museumsbesuch brächten die kreativen Säfte zum Sprudeln, schreibt er in seinem Buch &#8220;Abstract City. Mein Leben unterm Strich&#8221; (Knesebeck).<a rel="attachment wp-att-1512" href="http://teli.de/blog/?attachment_id=1512"><img class="aligncenter size-full wp-image-1512" src="http://teli.de/blog/www.teli.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/refdp_otherviews_z_52.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p><span style="color: #000080"><strong>Dazu passt</strong></span> auch, dass Niemann es gar nicht mag, wenn Leute ihm sagen: &#8220;Du bist begabt&#8221;. Die Werke, die er hervorbringt, sind jahrelanger Übung geschuldet und einem stoischen Enthusiasmus, &#8220;der einem hilft den ständigen Frust zu ignorieren&#8221;. Ins Bild gerückt: Es ist nicht ein geheimnisvoller guter Geist, der seine Hand führt, sondern eine Art Teufelchen, das ihn anspornt, ins Ohr brüllt, mit der Geißel traktiert.</p>
<p><span style="color: #000080"><strong>Dazu geh</strong></span><strong>ö</strong><span style="color: #000080"><strong>rt</strong></span> auch eine gewisse Verliebtheit, nämlich in Bilder aus der Jugend, die einen tief beeindruckt haben. Faltergleich versucht man sich in die Lüfte zu schwingen, um sie nachzubilden, stürzt ab und macht, mit Bandagen umwickelt, immer wieder einen Startversuch. Zur Kreativität gehört also eine große Portion Sturheit, lernen wir.<a rel="attachment wp-att-1515" href="http://teli.de/blog/?attachment_id=1515"><img class="aligncenter size-full wp-image-1515" src="http://teli.de/blog/www.teli.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/accoven1.jpg" alt="" width="236" height="258" /></a></p>
<p><span style="color: #000080"><strong>&#8220;Meine ganze</strong></span> verdammte Karriere ist eine einzige fette Schreibblockade&#8221;, entfährt es Niemann, keine, die sich wie eine Mauer umgehen lässt, sondern eine, die das Durchklettern eines Stacheldrahtknäuels verlangt. Erst nach Erreichen von dessen Mitte geht einem der Seifensieder auf. Für welchen Schreiber ist das nicht Balsam, wenn er einen halben Tag über einen passenden Einstieg nachgedacht hat.</p>
<p><span style="color: #003366"><strong>&#8220;Der Teufel hat</strong></span> weiße, rechteckige Augen&#8221;, sagte einst Sigi Sommer, Münchens legendärer Spaziergänger-Journalist, der täglich zu Fuß Streifzüge durch die Stadtviertel der Isarmetropole unternahm. Ihm war der anschließende, lange Blick auf das unbeschriebene Stück Papier in der Schreibmaschine offensichtlich nicht unbekannt.</p>
<p><span style="color: #000080"><strong>Niemanns Schlusssatz</strong></span><strong>,</strong><strong> </strong>für viele in der Branche auch gut nachvollziehbar: Kreative Arbeit fühle sich so an, &#8220;als müsse man ein Huhn mit bloßen Händen fangen&#8221;.</p>
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		<title>Schreib-Tipp: Kill your Darlings!</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Apr 2012 11:06:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Goede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibstil]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit diesen vier einfachen Handreichungen schreiben Sie sich in die Champions-League. Den Osterspaziergang durch den Schnee werden sich viele in diesem Jahr sparen, deshalb an dieser Stelle ein wenig Osterlektüre am kuscheligen Ofen . Gerade hat der Historiker Valentin Groebner das Buch „Wissenschaftssprache. Eine Gebrauchsanweisung“ (Konstanz University Press) herausgebracht – schwer zu übersehen in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mit diesen vier einfachen Handreichungen schreiben Sie sich in die Champions-League.</em></p>
<p><strong>Den Osterspaziergang</strong> durch den Schnee werden sich viele in diesem Jahr sparen, deshalb an dieser Stelle ein wenig Osterlektüre am kuscheligen Ofen <img src='http://teli.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> . Gerade hat der Historiker Valentin Groebner das Buch „Wissenschaftssprache. Eine Gebrauchsanweisung“ (Konstanz University Press) herausgebracht – schwer zu übersehen in der Bücherflut: </p>
<p><strong>Ein kleiner, blauer</strong> Werkzeugkasten auf weißem Grund ziert den Buchdeckel. Was der Professor seiner Zunft verschreibt, um Wissenschaft verstehbarer und lustvoller zu machen, dürfen sich auch Wissenschafts-Journalisten ins Stammbuch schreiben. &#8216;So einfach kann Schreiben sein&#8217;, wird es so manchem, wie auch mir zum Vielhundertstenmal, entfahren!</p>
<p><strong>Die Satzgirlanden,</strong> die aus den Gehirnwindungen quellen, radikal abspecken auf, pointiert gesagt, Grundschulniveau: Subjekt, Praedikat, Objekt! Leicht gesagt, doch dazu gehoert Mut. „Kill your darlings“, empfiehlt Groebner, Schreibtugenden jenseits des Atlantiks zitierend, denen sich auch Hochschullehrer verpflichtet fühlen. <a href="http://teli.de/blog/?attachment_id=1440" rel="attachment wp-att-1440"><img src="http://teli.de/blog/www.teli.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/31YJYDBc5OL-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" class="alignright size-medium wp-image-1440" /></a></p>
<p><strong>Das vermeintlich so</strong> Schoene entpuppt sich meist als geistiger Schrott, auch auf dem akademischen Spielfeld. Alles Gedunsene, Schwülstige, Abstrakt-Verschwurbelte, Gekünstelte, Selbstverliebte – weg damit. Denken wir an Hemingway. Seine glasklare Prosa ist das Ergebnis hoechster Schreibdisziplin. Fast alles, was der Nobelpreistraeger am Vortrag am Stehpult zu Papier gebracht hatte, strich er am naechsten Tag wieder.</p>
<p><strong>Wer zu viel zitiert,</strong> verraet geistige Armut <img src='http://teli.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':-(' class='wp-smiley' /> . Der Schreiber versteckt sich hinter anderen, statt seinen eigenen Grips angestrengt zu haben. Auch hier gilt, wie oben: Ganze Absaetze streichen, „ein Zitat von drei Woertern“ ist viel praegnanter, sagt Groebner und raet darüber hinaus: Absaetze machen statt „homogenisierte Wortwürste“ hervorzupressen. </p>
<p><strong>Erstere erleichtern</strong> nicht nur das Lesen, sondern verleihen der Wort-Komposition Temperament und Rhythmus: Wechsel zwischen Schnell und Langsam, Laut und Leise, Hauptthema und Variationen, in Absaetzen steckt Musik!</p>
<p><strong>Und nach der</strong> ersten Niederschrift: sich selber den Text halblaut vorlesen. Der dazu eingeschaltete Sinneskanal, das Gehoer, erkennt, fast intuitiv, Schreibsünden. Das Hoeren orientiert sich an der mündlichen Rede, die spontan und lebhaft ist, schnell auf den Punkt kommt, ohne all die Einschübe und Stopfereien auskommt, die die Schriftsprache und mit ihr viele Vortraege oft so qualvoll machen. </p>
<p><strong>„Wenn Sie selbst</strong> &#8230; beim Zuhoeren ungeduldig werden, müssen Sie knapper werden. Also: streichen“, fordert der Kommunikations-Knigge kategorisch. </p>
<p><strong>Wer die Hoheit</strong> der Kommunikation über Forschung hat: die oft – leider – allzu befangenen Forscher oder die – hoffentlich – gesellschaftlichen Nutzen und Schaden herausschaelenden Journalisten, darüber darf gestritten werden. Über die Sprache selber sind wir uns, über alle Graeben hinweg <img src='http://teli.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> , offensichtlich einig. </p>
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		<title>Streit bei den Medizinjournalisten</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 14:58:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex Gerber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei der schon lange überfälligen Vereinigung der drei Verbände &#8220;Arbeitskreis Medizinpublizisten&#8220;, &#8220;Kollegium der Medizinjournalisten&#8221; und &#8220;Vereinigung Medizinische Fach- und Standespresse&#8221; zu einem &#8220;Verband der Medizin und Wissenschaftsjournalisten&#8221; knirscht es offenbar mehr denn je. Bei den langwierigen Verhandlungen mussten schwierige Kompromisse geschlossen werden, denn die Mitgliederstrukturen sind sehr unterschiedlich: Der &#8220;Arbeitskreis&#8221; erlaubt nur hauptberufliche Journalisten, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der schon lange überfälligen Vereinigung der drei Verbände &#8220;<a href="http://www.medizinpublizisten.de/">Arbeitskreis Medizinpublizisten</a>&#8220;, &#8220;<a href="http://www.kollegium-der-medizinjournalisten.de/">Kollegium der Medizinjournalisten</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://www.medizinjournalisten.de/">Vereinigung Medizinische Fach- und Standespresse</a>&#8221; zu einem &#8220;<strong>Verband der Medizin und Wissenschaftsjournalisten</strong>&#8221; knirscht es offenbar mehr denn je. Bei den langwierigen Verhandlungen mussten schwierige Kompromisse geschlossen werden, denn die Mitgliederstrukturen sind sehr unterschiedlich: Der &#8220;Arbeitskreis&#8221; erlaubt nur hauptberufliche Journalisten, in der &#8220;Vereinigung&#8221; sind auch Hochschullehrer willkommen, die nebenher ein Fachblatt redigieren oder auch PR-Leute aus der Pharmabranche.<br />
Lesenswerte Einblicke und Ausblicke hierzu von Kollege Reiner Korbmann, der die Geburt des &#8220;Arbeitskreises&#8221; als Abspaltung vom &#8220;Kollegium&#8221; vor mehr als drei Jahrzehnten sogar noch persönlich miterlebt hat, in seinem <strong><a href="http://wissenschaftkommuniziert.wordpress.com/2012/04/05/streit-bei-den-medizinjournalisten-wo-endet-journalismus/">Blog</a></strong>.</p>
<p>Ach ja: Neben diesen drei Verbänden gibt es übrigens noch einen vierten &#8212; den <a href="http://www.journalistenvereinigung.de/">Verband Deutscher Medizinjournaliste</a>n (VDMJ), soweit ich weiß sogar der größte von allen. </p>
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		<title>Es gibt immer mehr Laien-Wissenschaftler</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Mar 2012 21:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Goede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[citizen scientists]]></category>
		<category><![CDATA[foldit]]></category>
		<category><![CDATA[Laienforscher]]></category>
		<category><![CDATA[seti]]></category>
		<category><![CDATA[zooniverse]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele Schulen waeren ohne den Einsatz von Eltern als Lehrersatzkraefte gar nicht mehr denkbar. Eine aehnliche Entwicklung gibt es in der Forschung. Für das SETI-Projekt, das nach Zeichen ausserirdischen Lebens sucht, stellen immer mehr Privatleute ihre Rechner zur Verfügung. Deren Kapazitaet wird zum Auswerten der Signale aus dem Weltraum herangezogen. Ohne diese Assistenz waere das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Viele Schulen</strong> waeren ohne den Einsatz von Eltern als Lehrersatzkraefte gar nicht mehr denkbar. Eine aehnliche Entwicklung gibt es in der Forschung. Für das SETI-Projekt, das nach Zeichen ausserirdischen Lebens sucht, stellen immer mehr Privatleute ihre Rechner zur Verfügung. Deren Kapazitaet wird zum Auswerten der Signale aus dem Weltraum herangezogen. Ohne diese Assistenz waere das Projekt gar nicht mehr moeglich. </p>
<p><strong>Das hat</strong> weitere Kreise gezogen. In anderen Projekten haben 250 000 &#8220;citizen scientists&#8221;, so der Terminus, 150 000 Galaxien studiert und klassifiziert. Diese Mammutaufgabe waere weder von Forschern noch von der heutigen Rechnerpower zu bewaeltigen gewesen. Daraus ist das Projekt &#8220;Zooniverse&#8221; entstanden. </p>
<p><strong>Laien-Wissenschaftler</strong> sind auf allen Gebieten der Forschung unterwegs. Sie haben beispielsweise in mehr als 15 europaeischen Laendern 500 000 Baenderschnecken auf Veraenderungen in Augenschein genommen. Im Foldit-Projekt versuchen sie, hinter die Geheimnisse der Faltungskunst von Proteinen zu kommen. Und im LabUK Projekt zeigten 13 000 Freiwillige, dass viele Denksportaufgaben wenig dazu beitragen, den Kopf fit zu machen.</p>
<p><strong>Darüber berichtete</strong> Geo in seiner Ausgabe 03//2012 und verwies auch auf die Plattform der &#8220;Citizen Scientists&#8221;: <a href="http://www.scistarter.com">www.scistarter.com</a>. Das alles zeigt, dass nicht nur Nicht-Wissenschaftler, also wir Journalisten und Blogger, kenntnisreich über Wissenschaft schreiben, sondern dass auch Nicht-Wissenschafler, Bürger und interessierte Laien, die Arbeit von Wissenschaftlern erledigen koennen. </p>
]]></content:encoded>
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		<title>US-Verlage finden keinen Ersatz für Printerlöse</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Mar 2012 09:13:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Recherche]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[turi2.de-Newsletter heute: Verzweifeltes Ringen um Geschäftsmodelle: 15 Jahre nach Beginn der digitalen Wende haben Amerikas Verleger immer noch keine neuen Geschäftsmodelle gefunden. Im Gegenteil: Für jeden Dollar, den sie im Netz verdienen, verlieren sie sieben Dollar im Printgeschäft, besagt die aktuelle Studie des Project for Excellence in Journalism am Pew-Forschungsinstitut. Die Forscher konnten interne Daten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>turi2.de-Newsletter heute: <em>Verzweifeltes Ringen um Geschäftsmodelle: 15 Jahre nach Beginn der digitalen Wende haben Amerikas Verleger immer noch keine neuen Geschäftsmodelle gefunden. Im Gegenteil: Für jeden Dollar, den sie im Netz verdienen, verlieren sie sieben Dollar im Printgeschäft, besagt die aktuelle Studie des Project for Excellence in Journalism am Pew-Forschungsinstitut. Die Forscher konnten interne Daten von 121 Zeitungen aus sechs Verlagshäusern auswerten. 38 Zeitungen gaben detailliert Auskunft über ihre Anzeigengeschäfte. Auch für die Zukunft sieht es kaum rosiger aus. &#8220;Die optimistischsten Projektionen sehen eine Kompensation der Printverluste durchs Digitalgeschäft binnen einiger Jahre voraus&#8221;, sagt Projektleiter Tom Rosenstiel.<br />
<a href="http://rdir.de/r.html?uid=A.B.bsD.HhF.-A1k.5MPnVlMEAm1s157UK8qQLQ">weiterlesen auf turi2.de</a>, <a href="http://rdir.de/r.html?uid=A.B.bsD.HhF.-A1a.uisC4Ydugogn9yPoBKzFfQ">nytimes.com</a>, <a href="http://rdir.de/r.html?uid=A.B.bsD.HhF.-A1m.y76yRUtnqquDOzrWkDz5BA">guardian.co.uk</a>, <a href="http://rdir.de/r.html?uid=A.B.bsD.HhF.-A1q.W5N6IQQGMPSIc7gaAt25cg">journalism.org</a></em></p>
<p>Und passend dazu:</p>
<p><em>&#8220;Recherche wird immer mehr zum Luxus. Wenn man aber nicht mehr recherchiert, verliert eine Zeitung das letzte Profil, das, was sie unterscheidet von anderen.&#8221; Film-Regisseur Andreas Veiel über die aktuellen Probleme des Journalismus.<br />
<a href="http://rdir.de/r.html?uid=A.B.bsD.HhF.-A1H.z0dMStVHjxi-X1SVs97TiA">epd.de</a></em></p>
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		<title>Kants kategorischer Imperativ für das 21. Jh: technologisch &amp; SOZIAL nachhaltig</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 15:39:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Goede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltig]]></category>
		<category><![CDATA[sozial robust]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Buch und dessen Autor sind in vieler Munde. „Zukunft 2050“* von Ulrich Eberl, promovierter Physiker und Chefredakteur des renommierten Siemens-Magazins „Pictures of the Future“, hat seine jahrzehntelange Erfahrung in der Innovationskommunikation zu einem veritablen Zukunftsbuch verdichtet. Das Werk ist wie ein Baedeker zu allen wichtigen Forschungsstaetten, wo derzeit an den Technologien des 21. Jahrhunderts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Buch</strong> und dessen Autor sind in vieler Munde. „Zukunft 2050“* von Ulrich Eberl, promovierter Physiker und Chefredakteur des renommierten Siemens-Magazins „Pictures of the Future“, hat seine jahrzehntelange Erfahrung in der Innovationskommunikation zu einem veritablen Zukunftsbuch verdichtet. Das Werk ist wie ein Baedeker zu allen wichtigen Forschungsstaetten, wo derzeit an den Technologien des 21. Jahrhunderts gebastelt wird. </p>
<p><a href="http://teli.de/blog/?attachment_id=1385" rel="attachment wp-att-1385"><img src="http://teli.de/blog/www.teli.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/002_media_container-300x112.jpg" alt="" width="300" height="112" class="aligncenter size-medium wp-image-1385" /></a></p>
<p><span id="more-1384"></span><strong>Jeder, der</strong> in diesem hochkomplexen Metier journalistisch unterwegs ist, kann ermessen, wieviel Schweiß beim Verfassen geflossen sein muss. Alles ist auf Anhieb verstehbar und auf dem aktuellen Stand. Das Buch schlaegt einen weiten Bogen mit allen nur denkbaren technologischen Blitzlichtern. Dieses gewaltige Technik-Gewitter ist spannend bebildert, mit einem Hauch Sciencefiction. Die Grundierung ist ein markant grüner Pinselstrich: der Umbau der sich selbst fressenden Industriegesellschaft in  eine global nachhaltige Welt, unter einem eindrucksvollen theoretischen Dach. </p>
<p><strong>Es geht</strong> um nichts Geringers, als die Nachhaltigkeit in den Koepfen als „kategorischen Imperativ“ zu verankern, schreibt Eberl, in Anlehnung an Kant: „Handle stets so, dass auch die naechsten Generationen noch eine lebenswerte Welt vorfinden.“ Das müsse, so wie die Menschenrechte, zum universellen ethischen Leitmotiv werden. </p>
<p><strong>Das ist</strong> eine einpraegsame Formel, in der Umsetzung allerdings herausfordernd, auch beim Schreiben. Von einem exponierten Siemensianer wird nicht die Verbreitung von Weltuntergangsstimmung erwartet, von der sowieso schon viel zu viel im Umlauf ist. An verschiedenen Stellen indes wünschte man sich hinter der positiven Deskription ein wenig mehr nachdenkliche Reflexion. </p>
<p><strong>Wenn</strong> Kommunikationssysteme und Roboter nicht nur immer intelligenter werden, sondern auch fühlen lernen, wie steht es dann um die Ethik? Nach allen Definitionen ist die emotionale Intelligenz etwas Ursaechliches für hoeher entwickelte Lebewesen, weshalb der Tierfleischverzehr immer umstrittener wird. Wieviel Roboterintelligenz kommt auf uns zu, was ist davon verkraftbar, wann sind sittliche Grenzen überschritten, werden Maschinenwesen 2050 eventuell Menschenrechte in Anspruch nehmen? </p>
<p><strong>Das haette</strong> diesem lesenswerten Zukunftsbuch noch mehr Würze gegeben, ebenso wie die Hinterfragung von Technologien, die wie die Gentechnik hoch umstritten sind. Was genau sind die Argumente der Kritiker, stecken dahinter eine romantisierende Naturliebe und die tief verankerte Angst vor Technik und Fortschritt, die „German Angst“, die auch für den Ausstieg aus der Atomkraft immer wieder namhaft gemacht worden ist? Koennten wir die Welternaehrung sichern auch ohne gentechnische Veraenderung von Nahrungsmitteln, die moeglicherweise nur den Gewinnen der Großkonzerne zugute kommen, in der Dritten Welt aber noch mehr Unheil anrichten?</p>
<p><strong>Wennn schon</strong> das Mikrokreditsystem des Muhammad Yanus aus Bangladesch und dessen Siegesmarsch um die Welt gewürdigt wird (das übrigens zunehmend im Fadenkreuz der Kritik steht), wünschte man sich tiefer ansetzende Betrachtungen über die globale Wirtschaft und ihre Wechselbeziehung mit den im Buch beschriebenen Technologien. </p>
<p><strong>Sind beide</strong> einer gemeinsamen Nachhaltigkeitsethik verbunden? Bei der Wirtschaft, der immer mehr Menschen misstrauen, waeren Zweifel angesagt. Wie also dürfen wir uns die Umsetzung dieser Zukunftstechnologien vorstellen?</p>
<p><a href="http://teli.de/blog/?attachment_id=1386" rel="attachment wp-att-1386"><img src="http://teli.de/blog/www.teli.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/52.jpg" alt="" width="91" height="150" class="aligncenter size-full wp-image-1386" /></a></p>
<p><strong>Eberl hat</strong> sein Buch auf die Konjunkturzyklen von Nikolai Kondratieff ausgerichtet. Der Autor versucht, den technologischen Beweis zu führen, wie unser gegenwaertiges Informationszeitalter sich einer neuen Ganzheitlichkeit oeffnet. Deren Motoren sind die Umwelt und die Gesundheit.<br />
<strong><br />
Nur zu dieser</strong> allseitigen „Inklusion“, um ein derzeitiges Modewort zu benutzen, gehoeren auch die Gesellschaft und ihre Bürger. Sie, die Zivilgesellschaft und zivilgesellschaftlich aufgestellte Forschungsorganisationen, wollen mitbestimmen über ihre Zukunft, sie nicht nur den Forschern, der Wirtschaft und Politik überlassen. Eine solche &#8220;inklusive und inkludierende&#8221; Wissenschaftsdebatte, von der TELI <a href="http://www.teli.de/wissenschaftsdebatte/index2009.html">2009</a> und <a href="http://www.teli.de/wissenschaftsdebatte/index.html">2010/11</a> bereits formuliert, wird derzeit aufgegleist. Sie koennte dem Ganzheitlichkeits-Gebot frischen Schub geben.</p>
<p>*) Beltz &amp; Gelberg</p>
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		<title>Zivilgesellschaft soll autistische Wissenschaftspolitik heilen</title>
		<link>http://teli.de/blog/?p=1365</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 21:23:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Goede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftsorientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Transdisziplinaritaet]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaftspolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Naturschutzverband BUND will eine größere Rolle in der Wissenschaftspolitik spielen. Zur Eröffnung des Wissenschaftsjahres „Zukunftsprojekt Erde“ verlangt er von Bundesforschungsministerin Schavan einen Kurswechsel: weg von der industrie-getriebenen Wissenschaftspolitik, hin zur gesellschafts-orientierten Wissenschaftspolitik. Nur so kann die Wissenschaft den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden, argumentiert der Verband in einem Hintergrundpapier. Dafür ist größere Transdisziplinarität [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Naturschutzverband BUND</strong> will eine größere Rolle in der Wissenschaftspolitik spielen. Zur Eröffnung des Wissenschaftsjahres „Zukunftsprojekt Erde“ verlangt er von Bundesforschungsministerin Schavan einen Kurswechsel: weg von der industrie-getriebenen Wissenschaftspolitik, hin zur gesellschafts-orientierten Wissenschaftspolitik. Nur so kann die Wissenschaft den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden, argumentiert der Verband in einem Hintergrundpapier. <span id="more-1365"></span></p>
<p><a href="http://teli.de/blog/?attachment_id=1367" rel="attachment wp-att-1367"><img src="http://teli.de/blog/www.teli.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/BUND-Logo-300x109.png" alt="" width="300" height="109" class="aligncenter size-medium wp-image-1367" /></a></p>
<p><strong>Dafür ist größere Transdisziplinarität</strong> nötig, das Einbeziehen des Wissens der betroffenen Akteure, also etwa von Bürgerplattformen, des Naturschutzes, der Umweltbewegung, kurz: der Zivilgesellschaft. Die können zum wichtigen Transformationswissen beitragen, etwa zur Frage, wie sich die nötigen Veränderungen anstoßen lassen.  </p>
<p><strong>Bei vielen aktuellen Themen wie Elektromobilität</strong> oder Bio- und Gentechnik steht die ökonomische Verwertbarkeit im Vordergrund der Forschung. Die Energiewende, Mobilitätswende oder Ernährungswende sind aber keine Frage der technischen Transformation, sondern eine der Politik, Gesellschaft und Kultur. Letztlich geht es hier um die Schaffung und Vermittlung neuer Werte. Insgesamt ist die Forschung viel zu sehr auf das Auto als Verkehrsmittel fixiert. </p>
<p><strong>Transparenz und Partizipation</strong> müssen schon bei der Definition von Forschungsprogrammen ansetzen, das heißt die gesellschaftlichen Gruppen müssen viel früher in den Prozess einbezogen werden. Für diese transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung verlangt der BUND eine Milliarde Euro jährlich. Letzlich müssen darin „heterodoxe“, kritische Forschungsansätze viel mehr berücksichtigt werden. </p>
<p><strong>Diese Bestrebung laufen auch auf EU-Ebene.</strong> So haben 100 europäische zivilgesellschaftliche Organisationen Kommissionspräsident Barroso im Sommer 2011 zu einer Reorientierung der europäischen Forschungspolitik aufgefordert. Der Titel des offenen Briefes:</p>
<p> <a href="http://www.chemsec.org/images/stories/2011/news/OpenLetterCSF2011.pdf">Public Research should benefit Society, not Big Business</a>. </p>
<p><strong>Es wird verlangt, </strong>dass das Forschungsprogramm der Periode 2014 bis 2020 die „technologisch fixierte Orientierung der Forschungspolitik“ aufgibt und mehr demokratische Teilhabe fördert. Umweltverbände und zivilgesellschaftliche Organisationen sollten einen eigenen Forschungsfonds erhalten. Die Grundlagen dafür wurden bereits in dem EU-Programm „Research for CSO&#8217;s (Civil Society Organizations)“ geschaffen. </p>
<p><strong>Solche Impulse sind auch in Deutschland aufzugreifen,</strong> um zu einer gesellschaftsorientierten  Weiterentwicklung der Wissenschaftspolitik zu kommen: Dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der die Markorientierung der Wissenschaft vorantreibe, muss ein „Nachhaltigkeitsverbands für die Deutsche Wissenschaft“ entgegen gestellt werden, verlangt das BUND-Papier. </p>
<p><a href="http://www.bund.net/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/bund-fordert-eine-milliarde-euro-fuer-nachhaltigkeitsforschung/">PM BUND fordert eine Milliarde Euro für Nachhaltigkeitsforschung</a><br />
<a href="http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/nachhaltigkeit/20110202_nachhaltigkeit_wissenschaft_diskussion.pdf">BUND Hintergrundpapier Nachhaltige Wissenschaft</a></p>
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		<title>Kalte Fusion, ganz heiß: Flopp oder Sternstunde?</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 20:32:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Goede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Bild und das Thema spuken seit fast einem Vierteljahrhundert durch die Medien: die Fusion im Reagenzglas. Jetzt ist es wieder brandheiß. Der italienische Erfinder Andrea Rossi will einen Reaktor gebaut haben, der aus Wasser bei Zimmertemperatur ein Megawatt holt. Das klingt so fantastisch, dass sich nur wenige Journalisten an dieses Thema heranwagen. Die Kollegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Bild und das Thema spuken</strong> seit fast einem Vierteljahrhundert durch die Medien: die Fusion im Reagenzglas. Jetzt ist es wieder brandheiß. Der italienische Erfinder Andrea Rossi will einen Reaktor gebaut haben, der aus Wasser bei Zimmertemperatur ein Megawatt holt. <span id="more-1354"></span></p>
<div id="attachment_1355" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://teli.de/blog/?attachment_id=1355" rel="attachment wp-att-1355"><img src="http://teli.de/blog/www.teli.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/Kalte-Fusion-cflickr-ChemieBW-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" class="size-medium wp-image-1355" /></a><p class="wp-caption-text">Energie aus Wasser bei Zimmertemperatur: Spinnerei - was sagen Wissenschaftstheoretiker?</p></div>
<p><strong>Das klingt so fantastisch</strong>, dass sich nur wenige Journalisten an dieses Thema heranwagen. Die Kollegen der spanischen Wissenschaftszeitschrift &#8220;muy&#8221; haben Rossi aufgesucht. Ihre Bilanz fällt kritisch aus. Es fehlt die Transparenz, keiner hat den Reaktor untersucht, der Output wird laufend nach unten korrigiert. Rossi, ein Scharlatan &#8211; oder verkanntes Genie? </p>
<p><strong>Richtig ist,</strong> dass in den letzten Jahrzehnten viele Forscher in aller Welt mit der kalten Fusion experimentiert haben und vorzeigbare Ergebnisse vorweisen konnten, die von der etablierten Wissenschaft allerdings nie zur Kenntnis genommen worden sind. Hinter der Fassade der offiziellen Forschung entspinnt sich eine dramatische Historie von Krimi-Format mit viel Ungeklärtem. </p>
<p><strong>Gleichzeitig werden</strong> seit 50 Jahren Abermilliarden in einen Fusionsreaktor gesteckt, der nach dem Vorbild der Sonne Energie erzeugen soll. Er ist aber so weit von der Realisierung entfernt, dass das Forschungsprojekt an Sciencefiction erinnert, viele nennen es ein &#8220;Jahrhundertgrab&#8221;. </p>
<p><strong>Wie passen diese</strong> beiden Forschungsprojekte zusammen? Nach welchen Regeln wird hier verfahren, wie lassen sich forscherischer Weizen und Spreu voneinander trennen?</p>
<p><strong>Der Wissenschaftstheoretiker</strong> Klaus Fischer gibt zu bedenken, dass der orthodoxe Wissenschaftsbetrieb ihrer Zeit vorauseilende Forscher leicht als Spinner ausgrenzt. Die Fälle, &#8220;in denen sich die Wissenschaft in ihrem Urteil über einen &#8216;Spinner&#8217; dramatisch irrt, wiegen unendlich schwer: </p>
<p><strong>Es sind die verpassten Sternstunden der Wissenschaft!“</strong> &#8211; hier die gesamte <a href="http://www.pm-magazin.de/r/technik/kalte-fusion-%E2%80%93-brandhei%C3%9F">Historie und Analyse über kalte Fusion</a>.</p>
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